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In
der Familie:
Bevor
die Probleme sichtbar sind:
- suchen
Sie den Dialog miteinander
- lösen
Sie Konflikte partnerschaftlich
- bleiben
Sie mit ihren Kindern im Gespräch; reden Sie über Drogenprobleme,
die durch Massenmedien oder Nachbarschaft bekannt werden
- erziehen
Sie Ihre Kinder zum kritischen Konsumieren. Vergessen Sie dabei
Ihre Vorbildfunktion nicht.
- nehmen
Sie am Leben Ihrer Kinder aktiv teil: an ihrer Freizeit, ihren
Interessen, Schulerfahrungen, Kameraden und Bekanntschaften.
In
der Nachbarschaft:
- pflegen
Sie den Kontakt mit anderen Eltern
- gründen
oder schliessen Sie sich einem Elternverein an
- nehmen
Sie am Gemeinschaftsleben teil
- pflegen
Sie einen guten Kontakt zu den Lehrpersonen Ihrer Kinder
- engagieren
Sie sich in Projekten zur Gesundheitsförderung und Steigerung
der Lebensqualität in Ihrem Quartier oder in Ihrer Gemeinde
- intervenieren
Sie bei politischen und schulischen Autoritäten, schlagen
Sie gesundheitsfördernde Massnahmen vor
Wenn
die Probleme sichtbar werden:
Die
Anzeichen eines Drogen- oder Alkoholproblems müssen genau beobachtet
werden. Nur auf Grund eines Verdachtes, dürfen Sie nicht unverhältnismässige
Massnahmen ergreifen.
Bei
Jugendlichen sollten Sie aufmerksam werden, falls er/sie:
- sich
in der Schule nicht mehr anstrengen will
- sich
überhaupt nicht mehr am Familienleben beteiligt
- den
Kontakt zu seinen bisherigen Freunden abbricht
- die
Gewohnheiten sehr stark verändert
- sehr
unausgeglichen ist, einmal überschwenglich dann apathisch
- verharmlosend
oder idealisierend über Suchtmittel redet
- zerstreut,
unkonzentriert und geistig apathisch ist
- öfters
ohne Angaben von zu Hause wegbleibt
- scheinbar
grundlos schwitzt und zittert
Falls
MEHRERE dieser Verhaltensweisen über LÄNGERE Zeit zu beobachten
sind, könnten eventuell erste Kontakte zu Suchtmitteln stattgefunden
haben. Dramatisieren Sie nichts, aber reden Sie offen und ehrlich
über Ihre Ängste
- Wenn
es offensichtlich ist, dass ein Problem besteht, versuchen Sie
mit dem Betroffenen zu reden, aber möglichst ohne Vorwürfe
und Klagen.
- Falls
er oder sie sich weigert, das Problem zu sehen oder irgend etwas
zu verändern, kann die Familie sich von Fachleuten beraten
lassen.
- Halten
Sie den Dialog offen und versuchen Sie, Ihr Kind für andere
Aktivitäten zu interessieren
- Suchen
Sie den Kontakt zu Beratungsstellen oder Elternselbsthilfegruppen
Sobald
die Betroffene Person etwas gegen ihr Abhängigkeitsproblem
unternehmen will:
Das
Leugnen:
Weil
die Einsicht in Ihre Abhängigkeit der suchtkranken Person unerträglich
scheint, leugnet bzw. bagatellisiert sie den Suchtmittelkonsum.
Sie
hat tausend Gründe, um ihren Suchtmittelkonsum zu rechtfertigen.
Alles Zureden, alles Bitten, alle Vorwürfe nützen nichts,
ja steigern gar ihren Konsum, denn sie fühlt sich unverstanden,
ungeliebt, aber auch schuldig.
Solange
Abhängige keine Einsicht in Ihre Krankheit haben, solange kann
ihnen auch nicht geholfen werden.
Die
Co-Abhängigkeit:
Oft
wird das Leben der Angehörigen auch vom Suchtmittellkonsum
der abhängigen Person beherrscht.
Aus
Liebe, aus Angst, dass die Abhängigkeit am Arbeitsplatz und
in der Umgebung bekannt wird, dass die Familie auseinanderbricht,
helfen die Angehörigen den Betroffenen aus den Schwierigkeiten.
Sie wenden alle Kräfte auf, um das Suchtverhalten zu vertuschen.
Und
ohne es zu wollen, unterstützen sie damit die Abhängigkeit:
der oder die Suchtkranke kann weitertrinken, denn alles geht ja
gut.
Der
Suchtmittelkonsum der suchtkranken Person beherrscht auch die Angehörigen;
sie werden mit-abhängig. Sie sind meist überfordert, verlieren
die Hoffnung, vernachlässigen ihre eigenen Bedürfnisse
und tragen häufig selber seelische Schäden davon.
Zuerst
- sich selber helfen:
Zunächst
müssen Angehörige lernen, sich von der Macht, den Suchtmittelkonsum
der oder des Abhängigen auf sie ausübt, zu befreien. Es
ist unnütz, Suchtkranke am Konsum zu hindern, ihnen sämtliche
Schwierigkeiten aus dem Weg räumen zu wollen.
Dies
bereitet den Angehörigen oft Schwierigkeiten, sie fühlen
sich verantwortlich und daher selbst schuldig, wenn sie das suchtkranke
Familienmitglied die Folgen seines Suchtmittelkonsums selber tragen
lassen. Und doch ist dies der einzige Weg, um bei Abhängigen
die Krankheitseinsicht zu fördern.
Das
eigenen Verhalten ändern:
Indem
die Angehörigen aufhören, die suchtkranke Person vor den
Folgen ihres Suchtmittelmissbrauchs zu schützen, indem sie
nicht mehr versuchen, deren Suchtmittelkonsum zu kontrollieren,
nötigen sie diese, sich mit den Konsequenzen ihres Verhaltens
auseinanderzusetzen.
Dies
gibt Angehörigen die Gelegenheit, sich um sich selber zu kümmern.
Sie können eigene Bedürfnisse einbringen und auf ihre
Gesundheit achten. Dies ist wichtig! Denn nur wer selber stark ist,
kann anderen helfen.
Wie
können wir anderen Helfen?
Bevor
die Probleme sichtbar sind:
- seien
Sie offen und aufmerksam
- seien
Sie aktiv und unternehmen Sie gemeinsam etwas
- suchen
Sie den Dialog
- seien
Sie nicht zu streng und intolerant
- erlauben
Sie, dass Ihr eigenes Verhalten in Frage gestellt wird
- vermeiden
Sie direkte Anklagen und Vorwürfe aber: schliessen Sie Ihre
Augen gegenüber Suchtproblemen nicht, unterstützen Sie
den Konsum nicht, indem Sie schweigen
- setzen
Sie klare Grenzen und sagen Sie, was Sie akzeptieren und was nicht
- bleiben
Sie Ihrer Einstellung gegenüber treu
Wenn
die Probleme offensichtlich sind und die Betroffenen sie abstreiten:
- werden
Sie kein stiller Komplize, bleiben Sie aufmerksam, versuchen Sie
die Probleme anzusprechen
- setzen
Sie klare Grenzen
- klären
Sie Ihre persönliche Einstellung und Ihr Verhalten, damit
die Person, die Schwierigkeiten hat, kohärente Modelle sieht
- vermeiden
Sie Vorwürfe und Moralpredigten
- unternehmen
Sie mit ihr oder ihm andere Aktivitäten
- vermeiden
Sie Drohungen und Erpressungsversuche, die Sie dann nicht einhalten
können
- suchen
Sie Hilfe bei SpezialistInnen oder Selbsthilfegruppen
Falls
die betroffene Person sich entschieden hat, etwas zu unternehmen:
- spielen
Sie nicht den Therapeuten
- schenken
Sie Vertrauen
- akzeptieren
Sie Veränderungen
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