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Suchtpräventionsbedarf gestiegen
Neue Suchtpräventionsfachkraft wird durch Landkreis unterstützt.

Foto: Willmerdinger
„Die Arbeit macht Spaß, ist vielschichtig − und immer wieder eine Herausforderung“, sagt Karin Schützenberger, neue Suchtpräventionsfachkraft.
Von Friederike Frantz
Burghausen. „Die Wirkung von Prävention ist nicht messbar“, weiß Karin Schützenberger, dennoch sei sie notwendig. „Wenn wir nur eine geringe Anzahl von Jugendlichen erreichen, ist schon viel gewonnen“, erklärt die Sozialpädagogin. Seit November ist sie als Suchtpräventionsfachkraft im Landkreis tätig. Nun hat der Landkreis die Bezuschussung dieser Stelle an den Verein „Die Brücke Suchtkrankenhilfe Burghausen“ mit 15000 Euro für das Jahr 2011 beschlossen.
„Der Bedarf ist stark angestiegen“, erklärt Schützenberger, immer häufiger ffragten Jugendarbeit und Schulen Präventionsveranstaltungen nach. „Die Jugendlichen sind heute verschiedenen Stressfaktoren ausgesetzt, die sie leicht nach Ablenkung suchen lassen“, sagt die 52-Jährige. Dabei handelt es sich nicht nur um Drogen wie Haschisch oder Ecstasy, auch Mediensucht sei zunehmend ein Thema.
Zusammen mit Roswitha Graf-Bauer von der Suchtfachambulanz und Gisela Bergler vom Gesundheitsamt wird Karin Schützenberger bei Informationsveranstaltungen, Workshops oder etwa mit einem Suchtparcour auf das Thema aufmerksam machen. Anlaufstelle für die Suchtprävention werden Räume in der Bürgerinsel Burghausen in der Berchtesgadener Straße 5, die in diesen Tagen bezogen werden. Die neue Stelle solle vermitteln und vernetzen, „so können wir Zeit, Energie und Geld sparen“, erklärt Karin Schützenberger. Sie selbst ist seit 2006 am Gesundheitsamt in der Schwangerenberatung und Erziehungshilfe. „Die Kombination ist perfekt“, meint Schützenberger, bei der Tätigkeit im Gesundheitsamt sei sie mit direkten Fällen konfrontiert, „die Arbeit macht Spaß, ist vielschichtig − und immer wieder eine Herausforderung“.
Egal bei welcher Sucht, „das Vorbild der Eltern ist immer ein en tscheidender Faktor“, erläutert Schützenberger. „Dennoch gibt es viele Dinge, die zusätzlich von außen einwirken“, meint die Sozialpädagogin, im Elternhaus könne aber eine Basis geschaffen werden. Deshalb sollte Prävention auch bestenfalls zweigleisig, also bei den Jugendlichen und ihren Eltern ansetzen, meint sie.
„Alkohol ist günstig, leicht zu bekommen und gesellschaftlich akzeptiert“, sagt die Suchtpräventionsfachkraft, deshalb sei diese Sucht auch für besonders weite Teile der Bevölkerung eine Gefahr. An sich sei Alkoholkonsum nicht verwerflich, auch ein Gläschen zu viel könne bei einem festlichen Anlass mal passieren, gesteht die Sozialpädagogin zu. „Aber sobald man trinkt, um Frust, Stress, Trauer, Angst oder ähnliches zu deckeln, wird es kritisch“, erklärt Schützenberger.
Die Finanzierung ihrer Stelle als Suchtpräventionsfachkraft ist durch den Landkreiszuschuss zunächst für ein Jahr gedeckt, auch die Stadt Burghausen hat dazu beigetragen. „Wir werden auch in Zukunft auf den Landkreis und Burghausen angewiesen sein“, sagt Schützenberger. „Und wir brauchen die Mitglieder“, meint sie, denn jeder Unterstützer der Brücke könne in der Gesellschaft wieder für einen vernünftigen Umgang mit Genussmitteln werben. Auch für die lokalen Unternehmen sei die Prävention wichtig, schließlich bräuchten sie leistungsfähige Angestellte.
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